«Dreikönigstagung 2018»: Neue Hoffnung für Lokaljournalismus

«Dreikönigstagung 2018»: Neue Hoffnung für Lokaljournalismus

30/01/2018

Die «Dreikönigstagung», welche dieses Jahr am 9. Januar 2018 im AURA Eventsaal in Zürich stattfand, ist bekanntlich eine der bedeutendsten Veranstaltungen der Schweizer Medienbranche und wir waren selbst vor Ort. Ein Highlight: Pål Nedregotten, der mit 63 teils sehr kleinen Lokalzeitungen in Norwegen zeigt, wie sich auch online mit Lokaljournalismus gutes Geld verdienen lässt.

Der Executive Vice President kann immerhin darauf verweisen, dass sein Unternehmen Amedia die Nr. 1 im Lokalen in Norwegen ist. Manche der Redaktionen aber sind winzig: Die Vestby Avis beispielsweise besteht aus nur einem Redakteur, einem Anzeigenberater und einer halben Reporterstelle. Insgesamt 2’242 Mitarbeiter hat der Verlag, davon 830 Journalisten. Und Pål und sein Team stellten 2013 fest: Mit den Einnahmen aus Online-Werbung allein können sie ihre digitalen Angebote nicht refinanzieren.

Letztlich entwickelten sie einen zweistufigen Plan. 

Als erstes ging es darum, ihre 480’000 Print-Abonnenten zu Digital-Kunden zu machen. Dabei war es wichtig, die digitalen Angebote zu einem Teil des Tagesablaufs und zur Gewohnheit bei den Kunden zu machen. Im zweiten Schritt ging es um Neukundengenerierung.

In einem  ersten Schritt machten sie einen Teil der Online-Artikel und teilweise ganze Rubriken nur noch Abonnenten zugänglich. Eine weitere Stellschraube war der Abopreis pro Monat: Hier haben sie über die Zeit und mit systematischen Tests die richtige Balance gefunden.

Ein weiterer Wachstumstreiber im Digitalen ist Live-Berichterstattung, vor allem von lokalen und regionalen Fußballteams. 347 Spiele haben sie allein im Jahre 2016 gestreamt – mehr als jedes andere Medium in Norwegen. Zugleich haben sie den Aufwand minimal gehalten: eine Kamera und ein Kommentator pro Spiel. Nach den ersten Erfolgen haben sie es 2017 enorm ausgeweitet: Über 1’500 Spiele wurden live im Netz übertragen. Und für dieses Jahr sollen Frauenfußball, Eishockey und Jugendturniere hinzukommen.

Es lohnt sich für Amedia: Unter den 20 Beiträgen, die ihnen 2017 die meisten Neuabonnenten eingebracht haben, waren 9 Livestreams. Inzwischen haben die ersten Lokalblätter mehr Online- als Print-Abonennten. Und die eingangs genannte Vestby Avis kann sich inzwischen allein aus dem Abo-Einnahmen refinanzieren.

>> Link zu Amedia:

>> Link zu Verband Schweizer Medien (Dreikönigstagung)

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